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    Renaturierung des Deilbachs - Teilabschnitt Donnerstraße 23 in Velbert-Langenberg

    Rückhalteraum für große Niederschlagsmengen entsteht, wo früher Tennis gespielt wurde

     

    Was sich zunächst kurios anhört, ist eine durchaus sinnvolle hydraulische wie ökologische Nutzung von nicht mehr bespielten Tennisplätzen. 

    Mitte Juni 2026 startet der Bergisch-Rheinische Wasserverband hier den zweiten Abschnitt der Gewässermaßnahme „Renaturierung des Deilbachs“. Die Fläche einer ehemaligen Tennisanlage von knapp 3.000 Quadratmetern wurde dem BRW vollständig für die anstehende Entwicklung des Deilbachs zur Verfügung gestellt. Der Gewässerabschnitt befindet sich südöstlich des „Stillen Parks" im Stadtteil Velbert-Langenberg. 

    Geplant ist, die ehemaligen Tennisplätze künftig als Retentionsfläche - also als Rückhalteraum bei Hochwasser des Deilbachs - zu nutzen. Damit wird ein wichtiger Beitrag zum Hochwasserschutz für die unterhalb liegenden bebauten und bewohnten Bereiche geleistet.

    Eine bereits vorhandene Verwallung begrenzt die ehemaligen Tennisplätze, sie gibt dadurch bereits eine Muldenstruktur vor und bietet damit ideale Voraussetzungen für die Nutzung als Retentionsraum.

    Planung Übersichtsplan Deilbach

    Grafik: Übersichtsplan Planung der Maßnahme 

    Doch vor der neuen Nutzung muss zunächst das gesamte Altmaterial von den Tennisplätzen entfernt werden. Dabei handelt es sich um eine dicke Schicht aus Schotter, Tennisplatzasche und Lehm. Insgesamt rechnet der Verband damit, mehr als 6.000 Tonnen Material auszubaggern und sachgerecht zu entsorgen. 

    Der BRW bittet die Anwohnenden um Verständnis, dass es in der Bauzeit zu unvermeidbaren Belästigungen wie höherem Verkehrsaufkommen und Lärm kommen kann. 

    Der neue Retentionsraum funktioniert dann folgendermaßen: an zwei Stellen wird der umlaufende Erdwall so geöffnet, dass bei Hochwasser ein gezielter Einstrom des Wassers in den Retentionsraum möglich ist. Und eine Einkerbung im Wall im westlichen Bereich der Fläche sorgt dafür, dass bei vollständiger Füllung des Rückhalteraumes ein kontrollierter Abfluss erfolgt.

    Sinkt der Wasserstand im Deilbach nach dem Hochwasserereignis, läuft auch der Retentionsraum sukzessive wieder leer. Verbleibende Restwasserflächen können verdunsten und gelangen so zeitverzögert in den natürlichen Wasserkreislauf zurück.

    Die bislang unbegrünte Fläche profitiert gleich in zweifacher Hinsicht: neben ihrer Funktion als Hochwasserrückhaltung entsteht eine große zusammenhängende Entwicklungsfläche für Flora und Fauna und damit eine deutliche ökologische Aufwertung. Der BRW sät gebietsspezifisches Saatgut aus,  sodass sich ein ökologisch hochwertiger Lebensraum entwickeln kann. Anschließend stellt der Verband durch eine regelmäßige, aber extensive Pflege sicher, dass sich die standortgerechte Pflanzen ausbreiten und die gewünschte ökologische Qualität langfristig erhalten bleibt.

    Die Umsetzung der Maßnahme beginnt voraussichtlich in der nächsten Woche und wird ca. 3 Monate dauern. 

    Mit dem Abschluss der Arbeiten an der ehemaligen Tennisanlage wird zugleich die vom Land Nordrhein Westfalen geförderte Gesamtmaßnahme „ökologische Verbesserung und Hochwasserschutz am Deilbach“ vollendet.