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    Gut für Ökologie und Hochwasserschutz:

    BRW setzt Galloway Rinder für die Grünpflege des HRB Itter/Kuckesberg ein

     

    Im April ziehen acht Gallowayrinder auf der Fläche im Hochwasserrückhaltebecken (HRB) Itter/Kuckesberg ein. Sie sorgen mit ihrer ganzjährigen Beweidung dafür, dass das HRB frei von unerwünschtem hohem Bewuchs bleibt und jederzeit seine Staufunktion erfüllen kann. 

    Der Bergisch-Rheinische Wasserverband (BRW) hat bereits seit einem Jahr gute Erfahrungen mit Gallowayrindern als tierischen Landschaftspflegern im benachbarten HRB Itter/Trotzhilden gemacht. Nun setzt der BRW auch bei der ca. 42.000 Quadratmeter großen Fläche des HRB Itter/Kuckesberg in Zukunft auf Rinder dieser Rasse, die ursprünglich aus Schottland stammt. Mit ihrem dicken Fell sind sie auch für das bergische Winterwetter gerüstet und müssen nur in Ausnahmefällen zusätzlich gefüttert werden. Sie sorgen mit ihrem großen Appetit dafür, dass sich auf dieser ausgedehnten Fläche kein unerwünschter Bewuchs ausbreiten kann, der die Funktion des Beckens einschränken könnte. Ihr Kot wiederum düngt die Weidefläche auf natürliche Art. 

    Die Beweidung fördert die Ökologie im Staubecken, indem sie die sogenannte Grünland- und Hochstauden-Vegetation erhält und zusätzlich die gesetzlich geschützten Feuchtweiden verbessert. Diese Lebensräume fördern heimische Tier- und Pflanzenarten, die für die Natur wertvoll sind.

     uebersichtskarte hrb itter kuckesbergÜbersichtskarte Beweidungsprojekt HRB Itter/Kuckesberg (Kartengrundlage/Luftbild: Geobasis NRW 2026)

    Neben den Vorteilen für die Natur kommt der BRW mit dieser tierischen Art der extensiven Bewirtschaftung seiner Pflicht nach, jederzeit das Stauvolumen im HRB für ein rechnerisch 100 jährliches Hochwasserereignis sicherzustellen.

    Sollte es zu einem extremen Hochwasserereignis kommen, wandern die Rinder auf höher gelegene Flächen im HRB, die sich oberhalb der Einstaulinie befinden. Überhaupt können sich die Rinder frei auf der Fläche bewegen, zum Überqueren der Itter wurde für sie eine Furt angelegt.

    Um Anwohner wie Tiere zu schützen wird die gesamte Fläche mit einem Weidezaun aus Holzpfählen gesichert. Der sehr beliebte Wanderweg, der zum Neanderlandsteig gehört und streckenweise direkt am HRB vorbeiführt, bleibt dabei vollständig nutzbar. Vom Weg aus haben Wanderer, Anwohner und andere Erholungssuchende dann einen nahezu freien Blick auf die riesige Weidefläche und die beeindruckenden Gallowayrinder. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es bei der guten Sache für Natur und Hochwasserschutz: ein Weg, der bisher direkt durch das HRB führte, muss in Abstimmung mit der Unteren Landschaftsbehörde geschlossen werden. Er ist zukünftig mit Toren gesichert und dient ausschließlich als Betriebsweg für die Gewässerunterhaltung im Beckenraum. 

    Der BRW bittet die Anwohner eindringlich, diese Sperrung zu beachten und ausschließlich die ausgewiesenen Wege zu benutzen. Informationsplakate zum Beweidungsprojekt und Wegweiser stellt der BRW am Hochwasserrückhaltebecken auf.